Wolfgang Wernsdorfer

Experimentelle Festkörperphysik

Wolfgang Wernsdorfers Spezialgebiet ist die experimentelle Festkörperphysik an der Schnittstelle zur Chemie und zu den Materialwissenschaften. Er ist einer der weltweit führenden Experten für Nanomagnete und ihren Einsatz in der molekularen Quanten-Spintronik. Bereits als Doktorand am Tieftemperaturlabor in Grenoble hatte er mit dem nano-SQUID ein bahnbrechendes Messinstrument entwickelt, mit dessen Hilfe er die magnetischen Eigenschaften von einzelnen Nanostrukturen und Molekülen untersuchen konnte. Wernsdorfer fand heraus, welche Rolle die Quantengesetze für molekulare Magnete spielten, und konnte dadurch elektronische Schaltkreise bauen, wo die Magnetisierung des Moleküls den elektrischen Strom steuert. Eines seiner neuen Ziele ist es, kleine molekulare Quantumprozessoren in die hochmoderne CMOS-Technologie der Mikroelektronik zu integrieren. So könnten molekulare Nanomagnete in künftigen Quantencomputern eingesetzt werden.

Nominierende Universität: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Prof. Dr. Wolfgang Wernsdorfer

1966 in Deutschland geboren. Nach der Elektrikerausbildung und der Berufsoberschule startete er sein Physikstudium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und beendete es an der École normale supérieure in Lyon, Frankreich. 1993 wechselte er als Doktorand an das Tieftemperaturlabor und das Laboratoire de Magnetism in Grenoble, Frankreich - zwei der Institute, aus denen das Institut NEEL hervorging, wo er seit 2008 als Directeur de recherche 1ère classe tätig ist. Er erhielt Auszeichnungen und Preise wie den Agilent Europhysics Prize der European Physical Society, den Olivier Kahn International Award des European Institute of Molecular Magnetism, einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats oder den Prix Spécial der Société Française de Physique. Anfang Juni 2016 trat er seine Humboldt-Professur in Karlsruhe an.